Große Bildereien

Alles was nicht auf meinen normalen Zeichentisch passt und aus dem Grund auf dem Küchentisch Platz findet, oder wo auch immer gerade Platz ist. Großprojekte.

Ruckedigu

2019 - ca. 50x20 cm, Acryl, Öl und Tusche auf Holz.

 

Ich bin ein großer Fan von Märchen. Ich mag die Originale, und auch die Botschaften, die sie oftmals bringen. Es macht Spaß sie aus heutiger Sicht zu lesen, aber auch einen Einblick darin zu gewinnen, wie das Leben früher war. Ich finde Märchen sollten in ihren Originalen wieder mehr in den Alltag einfließen. Sie haben etwas Magisches.

Ich illustriere um Weihnachten rum immer ein Märchen als Adventskalender, und dann irgendwann dachte ich mir, größere Bilder, die die Originale behandeln, nicht die abgespeckten, verweichlichten Versionen von heute, das wäre doch mal eine Idee. Also habe ich mir Bücher über Märchen geholt (ganz uneigennützig natürlich). Ich wusste nicht wie genau ich sie darstellen wollte, nur, dass ich es nicht als reine Illustration tun möchte. Sie sollten viele Elemente der Geschichten behandeln, in einem Bild - und auch etwas freier sein. Irgendwann bin ich dann über Popsurrealismus gestolpert und das war genau das, was ich machen wollte. Seitdem habe ich mich darin verliebt. So ist auch das Bild von Aschenputtel entstanden. In diesem Bild habe ich noch sehr viel rumprobiert, auch mal andere Farbkombinationen.

 

"Bäumchen rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich"

Einäuglein, Zweiäuglein, Dreiäuglein

2019 - Tusche und Goldfarbe.

Eines der weniger bekannten, aber ein von mir als Kind viel gehörtes, und sehr geliebtes Märchen. Ich hatte mehrere Kassetten mit den Märchen der Gebrüder Grimm und habe sie regelmäßig rauf und runter gehört. Das Schöne war, dass es viele verschiedene und auch eben (wie ich später feststellen musste) kaum bekannte Märchen.

Ich habe diesen Rahmen gefunden und wollte damit gerne etwas Besonderes anstellen. Also habe ich ihn künstlich oxidiert. Dann habe ich die wichtigsten Elemente aus der Geschichte in kleinen Bildern gemalt und in dem Rahmen angeordnet, sodass man die Geschichte wiedererkennt, wenn man mit Grimms Märchen vertraut ist.

Falada

2019 - ca. 120x50, Tusche, Acryl und Edding auf Holz und Strukturpaste

 

Ich mag das Märchen "Die Gänsemgad" eigentlich sehr, sehr gerne. Es war, wie erwähnt, das Märchen für den Weihnachtskalender 2018. Dadurch kam dann auch die Idee für ein größeres Bild. Eigentlich wollte ich den Kopf der Gänsemagd anstatt des Pferdes an die Wand genagelt malen, aber das hat mir dann doch nicht gefallen (vielleicht kommt das aber noch). Deswegen trägt sie aber diesen Kragen. Der Baum soll an ein Einhorn erinnern. Falada war zwar keines, aber dennoch ein magischen Pferd, das sprechen konnte. Blut spielt in dem Märchen eine wichtige Rolle, wie auch die Tatsache, dass man nicht frei heraus reden kann. Das Mädchen kann erst am Schluss im Geheimen die Tatsache preisgeben, dass sie eigentlich die wahre Prinzessin ist. Allerdings ist sie auch nicht die hellste Kerze auf der Torte - ihr Pferd leider auch nicht. Das hätte den beiden einiges erspart.

 

"Oh, Falada, da du hangest"
"Oh, arme Jungfer Königin, da du gangest. Wenn das deine Mutter wüsste, das Herz im Leib tät ihr zerspringen."

 

Ebenholz

2019 - ca. 40x30, Tusche, Acryl und Goldstift auf Holz

Ich habe verschiedene Möglichkeiten getestet, wie ich die Farbe auf's Holz bringen kann, damit es so aussieht, wie ich das auch möchte. Dabei ist unter anderem "Ebenholz" entstanden, basierend auf dem Märchen "Schneewittchen und die sieben Zwerge". Schneewittchen ist natürlich eines der bekannteren, aber eigentlich kennen die meisten Leute (ähnlich bei Aschenputtel) nur die modernere, abgewandelte Version. Hauptsächlich habe ich bei diesem Bild ein bisschen mit meinen Tropfen herumgespielt. Ich denke das wird aber nicht das letzte Mal sein, dass ich das Märchen thematisiere. Es bietet einem recht viel.

 

"Da musste sie in die rotglühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde fiel."

Ab mit dem Kopf

2018/2019 - ca. 45x30, Acryl, Tusche und Blattgolf auf Holz.

 

Ich wollte unbedingt ein bisschen mit Blattgold experimentieren. Aber gleichzeitig bin ich was das angeht sehr geizig, ich wollte nichts davon verschwenden. Unter den Schichten ist tatsächlich mehr Blattgold verarbeitet als man hier sieht. Es war eine echte Herausforderung.

Ich mag diese abgeschnittenen Protraits sehr gerne, ich habe schon viele davon skizziert, bisher aber nur zwei gemalt (eines davon wird für immer im Keller bleiben und irgendwann feierlich verbrannt). Hier hatte ich während ich es gemalt habe immer die Herzkönigin aus "Alice im Wunderland" im Kopf gehabt. Es war das erste Bild in diese Richtung, sogar vor "Ruckedigu"´

 

"Ab mit dem Kopf!" 

Wert

2018 - 150x50 cm, Tusche auf Holz und Strukturpaste.

 

Dieses Bild entstand im Rahmen der Jubiläumsausstellung des Frauennotruf Wetterau e.V. Sie feierten ihr 30-jähriges bestehen mit vielen Events und Veranstaltungen - unter anderem auch eine Ausstellungen mit dem Titel "Kunst zu Gewalt gegen Frauen". Es ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Ich war auch die Einzige, die nicht mehrere Werke abgegeben hat, sondern nur dieses eine. Es war mir wichtig das richtige Feeling zu vermitteln, die richtige Geschichte und die Botschaft, dass nichts Ästhetisches an sich hat. Ich wollte nicht, dass das Bild "schön" ist - Gewalt, egal gegen wen, hat nichts Schönes an sich. Ich wollte meine Gefühle widerspiegeln, die Frustration, den Zorn, das Mitleid und die Hilflosigkeit die ich empfunden habe - und auch ein bisschen Dankbarkeit, dass mir zwar Gewalt angetan wurde (wie so ziemlich jeder Frau), ich aber bisher das Glück hatte nicht die Dinge erleben zu müssen, die manche dieser wunderbar starken Frauen erlebt und überlebt haben.